Das Projekt – Limburger Akademie für Beruf Sprache Kultur
Als erstmals die Idee aufkam, wie man Menschen mit Migrationshintergrund, die sprachlich und beruflich eine Heimat finden wollen eine echte und wirkungsvolle Starthilfe geben könnte war noch nicht abzusehen, wie erfolgreich das neue Konzept wirken würde und wie vielfältig.
Sprache ist ein Schlüssel für erfolgreiche Integration. Aber was machen die Absolventen der Sprachschulen dann mit ihrem ersten errungenen Baustein auf dem Weg zu einem selbständigen Leben? Diese Frage beschäftigte die Gründerin der Limburger Akademie Margherita Prokein lange Zeit, als sie selbst noch Migranten in einer Limburger Sprachschule in der deutschen Sprache unterrichtete und ihre Schüler mit dieser Frage häufig auf sie zukamen.
„Frau Margherita, machen Sie etwas für uns!“
Die Aufforderung wirkte!
Margherita Prokein gründete die Limburger Akademie für Beruf Sprache Kultur und startete 2022 mit ihrem ersten Projekt, der Altenpflegehilfe als zertifizierte Altenpflegehilfeschule. Komplett selbstfinanziert absolvierte die erste Klasse Altenpflegehelfer ihre Ausbildung mit einer Erfolgsquote von 100 % und wurde fast vollständig von den Ausbildungsstätten in eine Anstellung übernommen.
Um zu diesem Ergebnis kommen zu können, mussten einige Hürden überwunden und Hindernisse beseitigt werden. Der erfolgreich anerkannte Berufsabschluss setzt z.B. einen Schulabschluss, also eine Berufsbildungsreife voraus, den viele Migranten aufgrund der Umstände nicht vorweisen können.
Kein Problem, dachte Margherita Prokein, bieten wir einfach selbst etwas dafür an. In der Limburger Akademie besteht seit dem die Möglichkeit den Hauptschulabschluss auch im Anschluss an die Ausbildung noch nachzuholen, als Hauptschulabschluss für Erwachsene. Eine Chance, die in der Region bisher nicht vorhanden war und die einen Schlüssel zum Erfolg darstellt. Denn, nach einem Jahr intensiver Ausbildung mit fachsprachlicher Unterstützung, sind die Absolventen so gut geschult und sprachlich so gefestigt, dass sie den Hauptschulabschluss bestehen können.
Inzwischen hat sich das Erfolgsrezept herumgesprochen und der Bedarf ist riesig, so dass die Klassen vergrößert und die Kurse verdoppelt werden mussten.
Immer mehr Angebote auch für andere Branchen, für die das Konzept der Limburger Akademie perfekt angewendet werden kann, sind in Planung, um auch hier Chancen für Arbeitsmarkt und motivierte Arbeitskräfte zu schaffen.
So startete jetzt der erste Ausbildungsgang für Erzieher, die eine dreijährige Ausbildung absolvieren werden und für die Baubranche wird es einen einjährigen Vorbereitungskurs geben, der fachsprachliche und betriebliche Grundfähigkeiten vermitteln wird, damit Interessierte eine Tätigkeit oder Ausbildung aufnehmen können. Ein Projekt, das eine Lücke im System schließen und verhindern soll, dass dringend benötigte Arbeitskräfte durch bisher vorhandene Hürden dem Arbeitsmarkt verloren gehen.
Auch Menschen, die als Muttersprachler im deutschen System Startschwierigkeiten haben bekommen durch die Limburger Akademie eine Chance.
Was macht die Limburger Akademie so anders?
Der Fokus liegt hier auf einem sehr persönlichkeitsorientierten Verfahren. Da im Vorfeld geprüft wird, ob die Bewerber in dem Beruf richtig sind, gibt es kaum Ausfälle. Die Ausbildung findet in Blöcken statt, so dass sowohl die Auszubildenden mehr Selbstbewusstsein und Wissen bekommen als auch die Pflegeheime mehr Planungssicherheit haben, da die neuen Mitarbeiter ihnen im Block voll zur Verfügung stehen und sowohl fachlich und sprachlich als auch kulturell bereits vorgebildet sind. Gerade die kulturelle Bildung, die schon im Namen der Limburger Akademie verankert ist, ist wichtig damit sich die neuen Arbeitskräfte in Deutschland einfühlen können und verstehen, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Mit diesem Wissen entwickelt sich dann auch das Gefühl von Zugehörigkeit und Vertrauen.
Es ist Margherita Prokeins große Leidenschaft und ein inniger Herzenswunsch Menschen eine Sprache zu vermitteln, mit der sie sich für die Berufswelt qualifizieren und so ein neues Leben aufbauen können. Diese Leidenschaft wurde schon in ihrem Studium (Islamwissenschaften, deutsche Sprache und Literatur an der Universität Hamburg) geweckt, währenddessen sie bereits Sprachlehraufträge und Übersetzungstätigkeiten übernehmen konnte. Als Kind ist sie mit ihren eritreischen Eltern nach Deutschland immigriert. Sie empfindet es als Glück Tigrinya, Amharisch, Arabisch und Englisch sprechen zu können.
Nach dem Studium führte sie Ihr Weg erst einige Jahre in die Unternehmens- und Personalberatung. Parallel dazu gab sie aber bereits ehrenamtlich Deutschkurse. Einige Jahre leitete sie sowohl Alphabetisierungs- als auch Integrationskurse. Die positiven Rückmeldungen ihrer Lehrtätigkeit und Lernkonzepte, ermutigten sie dann die Limburger Akademie für Beruf Sprache Kultur zu gründen.
Weitere Infos zur Limburger Akademie für Beruf Sprache Kultur finden Sie hier:
Limburger Akademie